Schwachstelle Bindenaht durch geänderte Prozessführung verlegen

Problemstellung

Bei einem Werkzeug zur Herstellung von Dichtringen mit komplexer Geometrie wurde die Lage von Anspritzung und Formentlüftung vor dem Werkzeugbau nicht durch ein Simulationsprogramm (wie z.B. SigmaSoft) optimiert. Bei der Produktion der Dichtringe stellte sich dann heraus, dass die Zusammenfließstelle der Fließfronten (= Bindenaht = Schwachstelle) in einem Bereich lag, der im Einsatz mechanisch stark beansprucht wurde. Die Standzeit der Dichtringe war nicht ausreichend.

Problemlösung

Durch systematische Variation der Viskosität über Temperaturen an Spritzaggregat und Kaltkanal, sowie Staudruck und Drehzahl, sowie durch Variation des Spritzgeschwindigkeitsprofils konnte erreicht werden, dass die Bindenaht in einen Bereich des Artikels wanderte, der weniger stark beansprucht wurde. Hierdurch konnte die Standzeit der Artikel gesteigert und die Ausschussrate reduziert werden.

Spätere Schritte

Werkzeugänderung. Optimierung der Lage des Anspritzpunktes durch Simulationsrechnungen. Hierdurch kann das Arbeitsfenster für die Produktion erweitert werden. Ergebnis:

  • Weitere Reduzierung der Ausschussrate.
  • Potental zur Optimierung der Maschineneinstellung für eine wirtschaftlichere Produktion.